
LIEBENSWERTES CHAOS
Liebe Freund:innen der HfMT,
Nach dem intensiven Prüfungs- und Projekte-Marathon der letzten Wochen lassen wir uns zum Ferienbeginn nur allzu gern in einen flauschigen Kinosessel fallen und in das liebenswerte Chaos der legendären Muppets entführen, begreifen dies als symbolische Einladung, die Dinge auch mal loszulassen, zu schauen, was passiert und den ein oder anderen krausen und weniger zielgerichteten Gedanken wohlmeinend anzunehmen.
Zuvor wollen wir unbedingt noch einen Last Minute- aber sehr nachdrücklichen Werbeblock für die halbszenische Aufführung der Oper Artasere einbauen und uns zudem von Herzen bei Ihnen bedanken für ganz viel spürbares Interesse und Begeisterung. Unsere Studierenden sowie Lehrenden haben hart und mit Herzblut gearbeitet und bemerkenswerte Projekt auf die Beine und die Bühnen gestellt und wurden dabei von Ihnen – unseren Gästen – durch volle Säle und gute Begegnungen motiviert und belohnt.
Danke und: wie schön (!), dass Sie sich für uns interessieren!
Wir freuen uns aufs Weitermachen im April.
Ganz still wird es auch im März nicht.
Lesen Sie im Folgenden, was so los ist.
Liebe Grüße,
Ihre HfMT
BAROCKOPER – INTERDISZIPLINäR UND ZEITLOS
Weil es so gut zu werden verspricht und es auch noch freie Plätze gibt, werfen wir einen letzten Blick in den Februar, um Ihnen ans Herz zu legen, die Oper Artaserse von Johann Adolf Hasse im Rudolf Steiner Haus zu besuchen.
Verhandelt werden Liebe und Treue, Hinterlist, Verrat und Vergebung als übliche Opern-Zutaten, in diesem Fall vor der Kulisse des persischen Königshauses etwa 5oo Jahrhunderte v.Chr. mit kein bisschen altertümlichen Gefühlswelten, zu denen wir unabhängig von Zeit und Herkunft einen unmittelbaren Zugang herstellen können.
Zur Inspiration und Einstimmung verlinken wir Ihnen ein lesenswertes Interview auf operawire mit Isolde Kittel-Zerer und Mark Tucker, die gemeinsam die künstlerische Leitung innehaben und die Studierenden im Rahmen des Seminars für Historische Aufführungspraxis an die Oper herangeführt haben. Bereichert wurde die Arbeit außerdem durch Catharina Lühr mit ihren Barocktanz-Workshops und ihrem Beitrag zur szenischen Gestaltung sowie die Koloratur-Mezzosopranistin und Spezialistin des barocken Belcanto Repertoires Vivica Genaux mit einer dreitägigen Masterclass im November.
WOHLFüHLFILM
Christoph Dobbitsch – Cineast durch und durch, musikaffiner Filmwissenschaftler, unermüdlicher und begeisterter Projektdurchführer, der uns seit rund drei Jahren regelmäßig filmische Delikatessen mit Musikbezügen präsentiert. Mal hier mal dort, mal Blockbuster mal Nischenkunst, mal mit mal ohne Publikum, immer glühend, immer positiv, immer mit persönlicher Einführung.
Und absolut jeder Film klingt aus seinem Mund als wäre es DER Film.
In der Reihe Movies meet Music gibt es am 1. März die Muppets:
„Die Muppets sind und bleiben ein generationsübergreifendes Phänomen, das mich seit meiner Kindheit geprägt hat. Das liebenswerte Chaos, dass Kermit, Piggy und der Rest der Gang auf Fernsehbildschirme und Leinwände brachten, sucht bis heute seinesgleichen. Das Besondere an dem Film, den wir zeigen, ist, dass er für Muppet-Fans als auch für Neulinge gleichermaßen ideal ist. Einerseits ist es ein Liebesbrief an die Anfänge der Show, die bereits 50 Jahre zurückliegen, andererseits ist es ein Update für ein modernes, junges Publikum. Auch wer noch nie einen Muppet auf der Leinwand gesehen hat, bekommt hier einen idealen Startpunkt geliefert.
Außerdem ist es eins der schönsten (und witzigsten) Comedy-Musicals, die man sich überhaupt vorstellen kann: Bret McKenzie (bekannt vom Comedy-Duo Flight of the Conchords) hat großartige Gute-Laune-Songs geschrieben, die von einem gigantischen Ensemble aus Muppets und Menschen aufwändig auf die Leinwand gebracht werden. Für mich ein absoluter Wohlfühlfilm, mit Herz, Humor und natürlich jeder Menge Muppets, den niemand verpassen sollte!“
"TIEF TRAUM"
Die Jazzabteilung pausiert erwartungsgemäß kaum und versorgt uns durchgehend mit guten Konzerten. Im März empfehlen wir den Gitarristen Juan Pablo Ortiz aus dem Dr. Langner Jazzmaster mit seinem neuesten Projekt Tief Traum: Es geht um die Schönheit der Biodiversität, die Bedrohung durch Umweltzerstörung, Kräfte gemeinschaftlichen Widerstands, südamerikanische Landschaften, gegenwärtige Realitäten und historische Problematiken.
Für sein »Artist in Residence«-Projekt hat Juan die argentinische Saxophonistin Camila Nebbia eingeladen. Gemeinsam mit seiner Band vereinen sie kollektive Improvisation, ungerade Metren und visuelle Kunst.
KLAVIERTAGE FüR HOBBYPIANIST:INNEN
Es ist wieder so weit: Schon zum dritten Mal öffnen wir den Amateur-Pianist:innen unter Ihnen die Türen und laden Sie ein, sich mit Gleichgesinnten Ihrem Hobby hinzugeben, sich auszutauschen, wertvolle Tipps einzuholen, Techniken auszuprobieren, den Klang zu verfeinern und als aktiv Teilnehmende schließlich im Abschlusskonzert aufzutreten. Auch passive Teilnehmende sind willkommen. Eine Anmeldung ist noch bis 28. Februar möglich.
Wir freuen uns auf ereignisreiche Tage!
FêTE GALANTE UND SCHILLERNDE IDENTITäTEN
Die Vorbereitungen für den Regieabschluss von Tamina Alex laufen auf Hochtouren. Auf dem Programm steht die englischsprachige und einaktige Oper Fête Galante der britischen Komponistin, Dirigentin, Schriftstellerin und engagierten Frauenrechtlerin Ethel Smythe.
Wir sprachen mit der Regisseurin Tamina Alex…
…über die Frage nach der Aktualität des Stoffs
„Ich finde daran vor allem die historisierte Auseinandersetzung mit patriarchalen, heteronormativen Machtstrukturen interessant. Auch die Frage danach, wie queere Menschen dieses System mit schillernden Identitätsperformanzen aufbrechen. Die Handlung an sich ist eine relativ archetypische Geschichte aus der Commedia dell’arte, aber in meinem Regie-Verständnis bietet uns gerade das viel Spielraum zur Interpretation.“
…über die Adaption des Materials
„Die Oper aus den 1920er-Jahren ist von Ethel Smyth selbst historistisch angelegt. Gut hundert Jahre später versuchen wir, möglichst zeitlos zu bleiben und haben die Handlung in eine fiktive Zeit und einen fiktiven Raum gesetzt, zugleich einige historisierende Marker eines absoluten Hofstaats erhalten, dessen Systemik aber auch wieder an gegenwärtig erstarkende gesellschaftliche Tendenzen erinnert. Auch die Ästhetik verbindet Elemente von Vergangenem & Heutigem, z.B. im Kostümbild mit der Kombination barocker Reifrock-Silhouetten mit modernem Denim-Stoff.“
…über den besonderen Reiz
„Als Erstes ist mir bei Fête Galante die Musik aufgefallen, wie verspielt und verträumt sie klingt und dann aber auch plötzlich sehr groß und tragisch wird, gerade zum Ende. Ich fand es auch spannend, dass das Figurentableau Ensemble-Charakter hat, mit recht gleichmäßiger Aufteilung der Auftritte und Gesangsparts aller Figuren. Ich habe mich daher dafür entschieden, dass fast das ganze Stück über auch alle auf der Bühne zu sehen sind. Außerdem sind Pierrot und King sehr interessante Figuren, in deren Beziehung zueinander und zur Welt der Fête Galante vielleicht mehr steckt, als man auf den ersten Blick erkennen mag.“
…über die Herausforderungen der Produktion
„In unserer Inszenierung wird die Oper mit Drag erweitert, was wir als moderne Fortsetzung des für die Fête Galante typischen Motivs eines (Masken-)Balls verstehen. Eine Herausforderung ist, diese queeren Show-Elemente mit der starren Handlungsstruktur des Opernwerks zu verknüpfen. In unserem Cast gibt es zusätzlich zu den sechs Sänger:innen noch drei Performer:innen, die nachvollziehbar in die Dramaturgie des Abends eingebunden werden müssen.
Im Original stirbt Pierrot am Ende, doch bei uns wird es ein Happy End geben. Das erfordert aber natürlich, einen sinnvollen Aufbau dafür zu schaffen.“
Macht Euch auf die Socken. Das Forum darf brodeln bei unserer galanten Fete :-)
Fête Galante von Ethel Smythe am 20.,21. und 22. März im Forum
MOVING SOUND PICTURES
Zuletzt waren sie in der Hamburger Kunsthalle zu erleben, ab Ende März machen sie für 6 Wochen Station in einer Pop-Up Galerie in Eimsbüttel: Die Moving Sound Pictures der Multimedia-Künstlerin und VR-Entwicklerin Konstantina Orlandatou verbinden Malerei, Musik und virtuelle Realität zu einem interaktiven Erlebnis. Klassische und zeitgenössische Werke werden zu immersiven Klangbildern, die spielerisch entdeckt und neu interpretiert werden können.
So lässt sich mit bunten Formen aus den Gemälden von Henri Mattise oder Wassily Kandinsky jonglieren, mit Pablo Picassos abstrakter Darstellung einer Gitarre und Mandoline musizieren und so lassen sich Farben nicht nur sehen, sondern hören – und mit einer einzigen Bewegung ganze Bildwelten in Klang verwandeln.
VR Pop-Up Galerie: Moving Sound Pictures vom 28. März bis 2. Mai
Immer mittwochs bis freitags (13-19) und samstags und sonntags (11-17)
WAS SONST NOCH LäUFT
…finden Sie wie gewohnt in unserem Veranstaltungskalender
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